Bayern

A-aktiv
B-aktiv
C-aktiv
D-aktiv
E-aktiv
F-aktiv
G-aktiv
H-aktiv
I-aktiv
J-aktiv
K-aktiv
L-aktiv
M-aktiv
N-aktiv
O-aktiv
P-aktiv
Q-inaktiv
R-aktiv
S-aktiv
T-aktiv
U-aktiv
V-aktiv
W-aktiv
X-inaktiv
Y-inaktiv
Z-aktiv
Alle
Orte nach Behördenaufbau
Gemeinde Eggstätt

In Blau zwei schrägrechte silberne Sparren, links oben ein sechsstrahliger goldener Stern.

Gemeinden konnten auch schon früher eigene Wappen errichten. Meistens waren es Wappen eines ehemaligen örtlichen Adelsgeschlecht. In der Zeit des Königreiches wurden auch Siegelmarken verwendet, die auf Dokumenten aufgeklebt werden konnten.

Eine Gemeinde, die kein Wappen als Hoheitszeichen ihr Eigen nannte, musste sich mit dem „kleinen Bayerischen Staatswappen“ begnügen. Das bestand aus dem Rautenwappen mit dem Gemeindenamen als Zusatz. Auch Eggstätt führte bis 1969 das Rautenwappen in seinem Dienstsiegel. In diesem Jahr beschloss der Rosenheimer Kreistag, für alle Gemeinden die noch kein eigenes Wappen hatten, ein solches zu entwerfen. Beauftragt wurde der Kreisheimatpfleger Dr. Hugo Decker aus Bernau. Er ließ seine Phantasie etwas spielen und kreierte unser altes Wappen.

Die Wappenbeschreibung hierzu: „In grün vier silberne Wellen“. Wappenbegründung: Der Bereich der Gemeinde Eggstätt zeichnet sich durch zahlreiche Seen aus, die mit den benachbarten Seen der sogenannten Eggstätt-Hemhofer Seenplatte ein Naturschutzgebiet bilden. Durch die Feldfarbe Grün wird der Landschaftscharakter der Gegend heraldisch gezeigt. Die Silberwellen weisen auf die einzelnen Seen hin.

Eggstätt hatte nun ein eigenes, wenn auch nicht besonders schönes Wappen. Auch die Gemeinden Rimsting und Höslwang erfreuten sich eines Decker’schen Wappens.

Durch Zufall entdeckte der Architekt Freutsmiedl in der Klosterkirche Baumburg einen Grabstein mit einem Wappen und dem Zusatz Eckstett. Es handelte sich dabei um das Grabmal des Augustiner-Chorherrn Georg Eckstetter, der von 1518 bis 1559 im Kloster lebte und es bis zum stellvertretenden Probst brachte. Unserem damaligen Bürgermeister, Alex Hörterer gefiel dieses Wappen viel besser, als das „Wellenwappen“ und so beantragte er, dass die Gemeinde Eggstätt dieses Wappen führen darf. Am 28. August 1985 erhielt Eggstätt die Genehmigung zur Führung dieses Wappens. Das Wappen der Eckstetter ist in schwarz und silber gehalten. Die Gemeinde Eggstätt entschied sich aber für die schönere blaue Farbe.

Die Wappenbeschreibung lautet: Ineinander zwei Sparren nach dem vorderen Obereck gekehrt, im hinteren Obereck ein goldener sechszackiger Stern. Die Familie der Eckstetter ist zwischen 1455 und etwa 1630 nachweisbar. Danach ist sie ausgestorben. Ich habe mir sehr viele Gedanken darüber gemacht, ob diese Familie irgendeinen Bezug zu Eggstätt hatte. Ich habe keinen gefunden.

Abgesehen von der Familie der Eckstetter von Wasserburg, ist im Jahr 1222 ein Ministeriale, Ebirhart von Echstete genannt. Ministeriale waren ursprünglich unfreie Dienstleute, man könnte auch Beamte dazu sagen, aus denen sich aber später der niedere Adel bildete.

Fest steht auch, dass auf dem Maierhof von Eggstätt ein Mitglied der Ministerialenfamile der Götterberger (bei Aschau) saß. Und diese Ministeriale hatten gerne die Angewohnheit, dass sie sich nach ihrem Sitz benannten. Somit könnte dieser Ebirhart von Echstete ein Ministeriale gewesen sein, der auf dem Eggstätter Maierhof saß.

Und warum soll nicht ein Nachfahre des Ebirhart von Echstete später in die Wasserburger Gegend gewechselt sein und dort eine Familie gegründet haben, aus der das Geschlecht der Eckstetter hervorgegangen ist? Wenn sich auch der historischer Bezug zu dem Adelsgeschlecht der Eckstetter nicht sicher nachweisen lässt, so finde ich es doch sehr gut, dass die Gemeinde Eggstätt seit nunmehr 40 Jahren dieses schöne Wappen führt.

Auszug aus der Chronik: 40 Jahre neues Gemeindewappen von Peter Fenzl, Ortsarchivar