Baden-Wuerttemberg

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Orte nach Behördenaufbau
Beschreibung der Wappen der Ortsteile der Gemeinde Klettgau

Ortsteil  Bühl (Klettgau)

Ortsteil Bühl (Klettgau)
In Gold ein schwarzes Hexagramm.
Bühl, einst Besitz der Krenkinger, kam durch Kauf 1355 an das mit diesen verwandte Geschlecht der Bruemsi (Bürger von Schaffhausen). 1514 erwarb es Graf Rudolf zu Sulz mit "vogty, zwingen und pennen" (Krieger). Der schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Gemeindesiegel erscheinende Stern ist möglicherweise das alte Dorfzeichen. 1904 hatte man es auf Vorschlag des Generallandesarchivs als Wappenbild in einen Schild gesetzt.
Das Hexagramm ist eine aus zwei verschränkten Dreiecken gebildete Figur. Davon ist das eine aus zwei verschränkten Dreiecken gebildete Figur. Davon ist das eine "gestürzt", das heißt um 180 Grad gegenüber der normalen Lage gedreht. Das Hexagramm wird auch Salomonssiegel oder Davidstern genannt (Neubecker, Heraldik).

Ortsteil  Erzingen

Ortsteil Erzingen
In Blau ein springender, rotgezungter, goldenbewehrter und - beborsteter silberner Eber.
Beim örtlichen Adel sind zwei Geschlechter gleichen Namens zu unterscheiden. Das eine ist ein Zweig derer von Bettmaringen und führte auch ihr Wappen: in Blau ein springender silberner Eber. Das Wappen des anderen Geschlechts zeigt in schwarz ein schrägliegendes, silbernes Mühleisen (Kindler von Knobloch). Beide Geschlechter sind im 16. beziehungsweise 15. Jahrhundert "verschwunden".
Anfang des 14. Jahrhunderts hatte Österreich in Erzingen die Hälfte von Zwing und Bann sowie die Hälfte des Gerichts über Dieb und Frevel. 1310 belehnte Markgraf Wilhelm von Hachberg, Herr zu Rötteln und zu Sausenberg, seines Herrn von Österreich Landvogt, Hans Ulrich von Tettingen mit dem Zoll und der Vogtei Erzingen. Zeitweise war der Zoll Herzog Luitpold von Österreich an Schaffhauser Bürger verpfändet (Krieger).
Auf alten Feuerlöschgeräten soll als Ortszeichen ein Hufeisen angebracht gewesen sein. Ende des 19. Jahrhunderts führte die Gemeinde nur Schriftsiegel mit einem Girlandenzierat. Auf ihren Wunsch hatte das Generallandesarchiv das Wappen gestaltet, das 1906 in das Gemeindesiegel aufgenommen wurde.

Ortsteil  Geißlingen

Ortsteil Geißlingen
In Gold ein unterhalbes, achtspeichiges, schwarzes Mühlrad.
Auch Geißlingen hatte seine eigene Adelsfamilie. Ein "Cuonrat de Giselingen" wird noch Anfang des 14. Jahrhunderts urkundlich erwähnt (Krieger). Zeitweilig gehörte der Ort den Herren von Krenkingen. Patronin der 1820 erbauten Kirche ist die heilige Katharina von Alexandrien. Eines ihrer Attribute ist nach Karl Künstle ein Richtrad als Zeichen des Martyriums. Ob die als halbes Mühlrad dargestellte Figur darauf anspielen soll, muss dahingestellt bleiben. Diese, schon seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts als Siegelbild verwendet, wurde 1904 auf Vorschlag des Generallandesarchivs in einen Schild gesetzt und war seitdem das Wappen der Gemeinde.

Ortsteil  Grießen

Ortsteil Grießen
Schräggeteilt von Gold und Blau.
Nach diesem Ort nannte sich das im 16. Jahrhundert "verschwundene" Geschlecht von Griesheim (Griesshan). Schon früh war er im Besitz der Ritter von Rümlang, dann der Edlen von Erzingen. 1472 verkauften Vater und Sohn Heinricht und Simon von Erzingen das "dorff Grießhein in Cleggow gelegen" mit Leut und Gut, mit Gericht, Zwing und Bann an die Gebrüder "Grave Allwingen und grave Ruodolfen graven von Sultz und lantgraven im Cleggoew" (Krieger).
Im 19. Jahrhundert hatte Grießen zwei gekreutzte Schlüssel im Siegel geführt. Möglicherweise handelt es sich dabei umd das Attribut des heiligen Petrus. Die Kirche ist nämlich den Apostelfürsten Petrus und Paulus geweiht. 1900 hatte die Gemeinde um ein neues Siegel gebeten. So war auf Vorschlag des Generallarchivs das Wappen derer "von Griesshan" Gemeindewappen geworden.

Ortsteil  Rechberg

Ortsteil Rechberg
In Rot ein goldenes Doppelkreuz.
Anfang des 14. Jahrhunderts besaß Österreich in dem früher den Krenkingern gehörenden Ort die Hälfte des Gerichts über Dieb und Frevel. Nach mehrfachem Wechsel des unmittelbaren Besitzers kam der Ort mit allen Gütern und Rechten 1517 durch Kauf an die Grafen zu Sulz, Landgrafen im Klettgau (Krieger). Das Doppelkreuz wurde schon im 19. Jahrhundert im Siegel geführt. Es handelt sich wahrscheinlich um das alte Dorfzeichen. Auf Vorschlag des Generallandesarchivs wurde es 1906 in der beschriebenen Tingierung zum Wappen der ehemaligen Gemeinde.

Ortsteil  Riedern am Sand

Ortsteil Riedern am Sand
In Rot eine goldene Sanduhr.
In der Nähe der sich in Ober- und Unterriedern gliedernden ehemaligen selbständigen Gemeinde stand einst die Burg Neukrenkingen. Die jüngere Linie der Krenkinger hatte sie in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts erbaut, musste sie aber um 1270 an Rudolf von Habsburg, den späteren deutschen König, veräußern (Maurer, Klettgau). Burg und Ort kamen dann an die Grafen von Habsburg-Laufenburg und Landgrafen im Klettgau, 1408 an deren Nachfolger in der Landgrafschaft, die Grafen zu Sulz. Schon im Gemeindesiegel des 19. Jahrhunderts führte der Ort ein Gebilde, das einer Sanduhr ähnelte. Das als Wappenbild übernommene einstmalige Dorfzeichen spielt als "redendes" Wappen auf den Ortsnamen an.

Ortsteil  Weisweil

Ortsteil Weisweil
In Silber auf einem grünen Berg eine rote Burgruine zwischen je einer auf dem rechten und linken Hang wachsenden naturfarbenen Tanne, auf dem Hang unten drei ebensolche Tannen.
Bei dem etwas unterhalb des Ortes gelegenen Burgstallhof befinden sich die Ruinen der Weißenburg. Dort hatte zuletzt die sich nach dieser Burg nennende jüngere Linie des Hauses Krenkingen ihren Sitz, welche mit der Schirmvogtei über das Kloster Rheinau belehnt war. Die Weißenburg wurde von Rudolf von Habsburg selbst - als König - im Jahre 1288 zerstört, "nicht primär aus privatem Interesse, sondern gestützt auf die ihm als Herrscher obliegende Pflicht zur Wahrung des Landfriedens" (Maurer, Klettgau). Damit endet auch die Schirmvogtei der Krenkinger über das Kloster Rheinau. Die weitere Entwicklung vollzog sich ähnlich wie bei Riedern am Sand. 1902 hatte Weisweil, das bis dahin nur Schriftsiegel führte, auf Vorschlag des Generallandesarchivs das Wappen angenommen. Es sollte die Reste der Weißenburg darstellen.
Der abgestufte Farbton (drei naturfarbene Bäume auf dem unteren Berghang) ist unheraldisch.