
In Silber über grünem Dreiberg schwebend ein schwarzes Mühlrad.
Die Ritter in den früheren Jahrhunderten waren auf Erhalt und Schutz ihres Besitzes eingestellt und somit auf Kampf. Sie kennzeichneten mit ihrem Wappen was ihnen gehörte. Bei Adeligen bestand ein Zwang zur Wappenführung. So hatten auch die "Edlen von Taining" aus der Ödenburg ein Wappen, in dem sie ein achtschaufeliges Mühlrad führten.
Ab Oktober 1962 war die Gemeinde Thaining bemüht, ein eigenes Wappen zu erhalten.
Von Landrat Müller-Hahl gab es die Überlegung, zum schwarzen Mühlrad ein Kreuzsymbol mit aufzunehmen. Die Generaldirektion der staatlichen Archive Bayerns weist mit Schreiben vom 13. Juli 1965 darauf hin, daß dies eine zu starke Ähnlichkeit mit dem Wappen der Gemeinde Eckersmühlen (Lkr. Schwabach) haben könnte, dessen Beschreibung "In Silber oben ein schwarzes Mühlrad, unten ein frei schwebendes Tatzenkreuz" lautet. Es wird vorgeschlagen, in das Gemeindewappen von Thaining den grünen Dreiberg aus dem Stadtwappen von Landsberg aufzunehmen. Folgende Beschreibung wird übermittelt:
"In Silber über grünem Dreiberg schwebend ein schwarzes Mühlrad".
Am 21. Oktober 1965 beschließt die Gemeinde Thaining auf Grund des Art. 4 GO die Führung eines eigenen Wappens, die Beschaffung eines entsprechenden Dienstsiegels und die Führung einer eigenen Gemeindefahne.
Das Bayerische Staatsministerium des Innern hat mit Entschließung vom 23.05.1966 die Zustimmung zur Führung eines eigenen, geschichtlich begründeten Wappens erteilt.
Das endgültige Wappenbild wurde von Landrat Müller-Hahl ausgearbeitet. Es zeigt in den einzelnen Symbolen die geschichtliche Entwicklung in der Gemeinde Thaining. Hier stand vom 11. - 15. Jahrhundert eine Burg, deren Besitzer die "Edlen von Thaining" waren. Sie waren in der Gegend an den höchsten Stellen von Staat und Kirche tätig. In der Nähe der Burg war eine Mühle die sogenannte Schloßmühle, später Moosmühle und dann nach dem Namen des damaligen Besitzers Hungermüller genannt. Da die Mühle im Besitz des Grafen war, nahmen sie das achtschaufelige Mühlrad der Mühle zu ihrem Wappen, mit dem sie auch siegelten. Der grüne Dreiberg, der auch im Landsberger Wappen ist, deutet auf die Zugehörigkeit zu Landsberg hin. Stephan von Schwarzenberg aus Blöcktach bei Kaufbeuren hatte den Kirchensatz von Thaining inne und verkaufte diesen am 28. Juni 1367 an das Spital Landsberg, das somit dann die Inkorporationsherrschaft über die Pfarrkirche Thaining bis zur Säkularisation ausübte. Das Spital Landsberg war bis zur Aufhebung der Grundherrschaft auch der bedeutendste Grundbesitzer im Ort, es war damit auch sehr an der geschichtlichen Entwicklung der Gemeinde beteiligt.