
In Blau ein aufrecht stehender goldener (gelber) Schenkenbecher.
Das Dienstsiegel der Gemeinde wechselte Form und Aussehen immer wieder. Relativ spät erst wurde der Gemeinde die Führung eines eigenen Wappens genehmigt. Auf Urkunden und wichtigen Schreiben wurde zunächst das Wachssiegel angebracht. Bis zum Jahre 1925 benutzte das „Schultheißenamt“ das Dienstsiegel mit dem alten Württembergischen Staatswappen. Im gleichen Jahr teilte die Württembergische Archivdirektion der Gemeinde mit, daß ein Gemeindewappen von Michelbach an der Bilz nicht bekannt sei. Ein neueres Dienstsiegel trägt (allerdings auf dem Abdruck seitenverkehrt erscheinend) das Wappen der Herrschaft Limpurg, welches im ersten und vierten Feld die Schippen oder Kolben des limpurgischen Hauswappens, im 2. und 3. Feld die sogenannten fränkischen Heeresspitzen darstellt. Ein ähnliches oder gleiches Wappen führten verschiedene limpurgische Orte.
Die falsche Wiedergabe des Limpurger Wappens im gemeindlichen Dienstsiegel wurde von der Archivdirektion kritisiert, zunächst jedoch nicht geändert. Das Recht dieses limpurgische Hauswappen als Gemeindewappen zu führen, hatte die Gemeinde ohnehin nicht.
Die Frage der Führung eines Gemeindewappens mit Änderung des Dienstsiegels wurde 1956 nach Inkrafttreten der Baden-Württembergischen Gemeindeordnung wieder akut. Für die Gemeinde zeichnete sich die Möglichkeit ab, das Limpurgische Wappen richtigzustellen und die Wappenführung beim Innenministerium zu beantragen. Berücksichtigt werden mußte die historische Verbindung zu dem Wappenbild, ebenso heraldische Gesichtspunkte in der Wappenzeichnung und in der Wahl der Gemeindefarben. Die Möglichkeiten wurden der Einwohnerschaft im Rahmen einer Bürgerversammlung am 26. Januar 1957 aufgezeigt, worauf sich der Gemeinderat für den goldenen Schenkenbecher auf blauem Grund entschied, welchen die Gemeinde heute in ihrem Wappen trägt. Das Innenministerium Baden-Württemberg hat am 29. Juni 1957 dieses Wappen und die Ortsfarben gelb-blau (goldblau) genehmigt.
Der Schenkenbecher erinnert an die Schenken von Limpurg. Er stellt in vereinfachter Form den historischen Schenkenbecher dar, welcher sich heute im Landesmuseum Stuttgart befindet. Dieser vergoldete Bilderbecher war eine Nachbildung aus der Zeit Kaiser Maximilians II. Ihn hat der letzte Schenk Vollrath von Limpurg-Obersontheim-Speckfeld im Jahre 1705 dem Kaiser Josef I. bei der Krönung gereicht. Dieser war wie die Krone ein Schaustück und wurde beim Aufzug des neuen Kaisers durch den Schenken hoch zu Roß mitgeführt. Nach der Krönungszeremonie hatte der Schenk vom Pferd zu steigen und dem Kaiser den Becher zu reichen. Dieser überließ ihn dann dem Schenken als Gabe.